Vergleichende Evaluation zwischen einem Augmented-Reality-basierten und konventionellem Schweißtraining – gemeinsam mit der Veltum GmbH
Die Veltum GmbH hat ihren Sitz in 34513 Waldeck und beschäftigt über 100 Mitarbeitende. Das Unternehmen ist in den Bereichen Heizung, Lüftung, Klima und Sanitär tätig. Ein Betriebsrat ist vorhanden. Weitere Informationen finden Sie auf der Website: www.veltum.de
Aufgabe der Qualifikation
Erwerb grundlegender schweißtechnischer Fertigkeiten sowie praktisches Training von Kehlnähten unter realen und AR‑gestützten Lernbedingungen.
Ziele der Qualifikation
Förderung digitaler Kompetenzen, Erwerb von grundlegenden Kenntnissen und Fertigkeiten des MAG-Schweißens. Ebenfalls Bewertung des AR‑Schweißtrainers im Vergleich zur klassischen Schweißausbildung.
Anlass der Qualifikation
Der Anlass für die Durchführung der Qualifizierungsmaßnahme liegt in den wachsenden Anforderungen an die berufliche Ausbildung vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung. Insbesondere im handwerklichen Bereich entstehen neue Möglichkeiten, Lernprozesse durch digitale Technologien gezielt zu unterstützen. Gleichzeitig stehen Ausbildungsbetriebe vor der Herausforderung, dass praktische Fertigkeiten effizient, sicher und qualitativ hochwertig erworben werden können. Die Qualifizierung greift diesen Bedarf auf, indem sie klassische Ausbildungsansätze mit innovativen, AR‑basierten Lernmethoden verbindet und deren Einsatz im Schweißtraining praxisnah erprobt.
Darüber hinaus wird in dem aktuellen Ausbildungsberuf zum Anlagenmechaniker*in kein Schweißen mehr gelernt/gefordert, weshalb die Auszubildenden durch unser Qualifizierungsangebot erste praktische Erfahrungen im Schweißen machen konnten.
Ziel der Qualifikation
Ziel der Qualifizierung ist es, einen effektiven und belastungsarmen Einstieg in das Schweißen zu ermöglichen und den Lernprozess gezielt zu unterstützen. Durch den Einsatz von Schweißtrainern sollen grundlegende Bewegungsabläufe, Prozessverständnis und Nahtführung zunächst in einer sicheren, virtuellen Umgebung erlernt werden, bevor reale Schweißnähte gefertigt werden. Dadurch wird erwartet, dass Auszubildende mit größerer Sicherheit und geringerem Stress an praktische Schweißaufgaben herangehen. Gleichzeitig sollen die Beschäftigten darauf aufmerksam gemacht werden, wie digitale Lernmethoden Ausbildungsbetriebe entlasten und Lernprozesse effizienter gestalten können.
Ablauf der Qualifikation
Zu Beginn wurden die Teilnehmenden in den Ablauf eingeführt und mit den eingesetzten Mess‑ und Lernsystemen vertraut gemacht. Anschließend folgte eine strukturierte Lernphase, in der die Auszubildenden entweder klassisch am realen Schweißgerät unter Anleitung eines Meisters oder mithilfe eines AR‑basierten Schweißtrainers geschult wurden. Der Schweißtrainer blendete dabei prozessrelevante Informationen direkt im Sichtfeld des Schweißhelms ein und unterstützte den Lernprozess durch unmittelbares Feedback zu Haltung, Abstand und Geschwindigkeit.
Zur Erfassung von Belastung und Lernwahrnehmung kamen begleitend physiologische Messungen mittels Brustgurt sowie standardisierte Fragebögen zum Einsatz. In der anschließenden Prüfungsphase fertigten alle Teilnehmenden reale Kehlnähte an, die anhand eines mehrstufigen Bewertungskatalogs beurteilt und zusätzlich durch einen Nahtbruch überprüft wurden. Der gesamte Ablauf folgte einem klar definierten Qualifizierungskonzept, das praxisnahe Ausbildung und systematische Evaluation miteinander verbindet.
Ergebnisse der Qualifikation
Die Qualifizierungsmaßnahme ermöglichte es dem Unternehmen, neue digitale Lernansätze im Ausbildungsalltag praxisnah zu erproben und deren Potenzial realistisch einzuschätzen. Der Vergleich zwischen klassischem und AR‑gestütztem Schweißtraining zeigte, wie Lernprozesse strukturierter und für Auszubildende entlastender gestaltet werden können. Bei den Teilnehmenden wurde eine zunehmende Sicherheit im Schweißprozess sowie ein besseres Verständnis für Nahtanforderungen und typische Fehlerbilder beobachtet. Gleichzeitig wuchs die Offenheit gegenüber digitalen Lernmethoden, wodurch nachhaltige Impulse für eine moderne und zukunftsorientierte Ausbildung gesetzt wurden.
Mitarbeiter*in des Regionalen Zukunftszentrums: Estella Landau (M.Ed.)
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Feedback der Auszubildenden:
„Ich finde es sehr interessant, dass wir hier Schweißen lernen, weil bei uns im Beruf wird das ja leider nicht mehr gemacht.“
„Das AR-Schweißgerät ist sehr hilfreich, weil es mir die Höhe und den Abstand besser zeigen kann.“
„Ich denke gerade den Einstieg ins Schweißen zu üben sind die Trainer auf jeden Fall sehr gut geeignet.“
„Das mit dem Trainer hat mir auch echt gut gefallen. Da konnte man auch schon mal so ein bisschen Trockenübung machen, ohne dass es dann gleich heiß wird, wenn man sich vertut.“
„Ich habe auf jeden Fall mal gelernt ein bisschen besser zu schweißen, als ich es vorher konnte und es hat mir sehr Spaß gemacht.“