Wissenspool-Beitrag

Automatisierte Fehlererkennung bei Werkstücken

27.04.2022
Lesezeit: ca. 6 min
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Unternehmen: C. Jentner GmbH

Unternehmensgröße: 50 Mitarbeiter:innen

Einsatzbereich: Produktion & Fertigung

Initialeinführung: März 2022

KI-Methode: Bilderkennung, Klassifikation

KI-Partner: Hochschule Pforzheim

Beschreibung der Anwendung

Ein Cobot bewegt die Werkstücke unter eine Kamera, welche die funktionalen Flächen der Werkstücke mehrfach mit unterschiedlichen Lichtsetups fotografiert. Die Auswertung der Bilder erfolgt mittels antrainierten KI-Bilderkennungsmethoden. Mögliche Fehler werden nicht nur erkannt, sondern auch klassifiziert.

Beitragsbild: © C. Jentner GmbH

Vorteile im Unternehmen durch den KI-Einsatz

Der größte Vorteil ist, dass nicht nur eine automatisierte QS im Einsatz ist, die die möglichen Fehler bei bestimmten Werkstücken zurückgibt, sondern auch die exakte Positionsbestimmung der Bauteile auf den Warenträgern, das Cobot Handling. Dieses Zusammenspiel macht es aus der prozesstechnischen Sicht, sehr interessant, da so Fehlern gezielt nachgegangen werden kann, die zuvor nicht sichtbar bzw. greifbar waren. Nur so ist es nun möglich, eventuelle Fehlerursachen entsprechenden Beschichtungsvorgängen und Positionen auf den Warenträgern zuzuordnen. 

  • Transparentere und vereinfachte Qualitätssicherung
  • Physische und psychische Entlastung der Belegschaft durch die Befreiung von monotonen Aufgaben
  • Effizienz-Steigerung durch Zeitersparnis und mehr Zeit für andere Tätigkeiten

Änderungen im Betrieb durch den KI-Einsatz

Aufgrund der guten Partnerschaft mit der Hochschule Pforzheim gab es keinen zusätzlichen internen Personalbedarf. Auch das Wissen und Knowhow, insbesondere in Bezug auf die Implementierung in verschiedene Software und Cloud-Lösungen kam von Seiten der Hochschule. Durch eine Vereinfachung des Bedienungsprogramms des Cobots bedarf es aktuell auch keiner komplexen Qualifizierungsmaßnahmen für die Belegschaft.

Herausforderungen

Bei der Auswahl von möglichen Dienstleister:innen ist Vorsicht geboten. Die erste Zusammenarbeit zu Beginn des Projekts scheiterte, da der Dienstleister den Begriff KI lediglich als Buzzword im Repertoire hatte, aber keine echte KI-Lösung bieten konnte. Für die Umsetzung ist Geduld und einen langen Atem nötig.

Wie wurde im Unternehmen Akzeptanz für den KI-Einsatz geschaffen?

„Von Projektbeginn an wurden die relevanten Mitarbeiter:innen mit ins Boot genommen. Ihnen wurde erklärt, wie das Projekt aufgebaut ist, was wir damit bezwecken wollen und ob sie eigene Wünsche und Anregungen während der Laufzeit einbringen möchten. Dadurch konnten wir sehr schnell die Bedenken der Mitarbeiter:innen in eine positive Richtung transferieren.“